Kreuzkirche

Das Stadtbild bestimmende Kirche mit prächtiger Turm- und Eingangsseite zur Stadt hin. Innen ein für die Barockzeit typischer Kanzelaltar mit auffälligen allegorischen Figuren: links steht der Glaube, rechts die Liebe.

Von Mai bis Ende September gibt es an jedem Freitag eine Viertelstunde Orgelmusik auf der außergewöhnlichen Eilert-Köhler-Orgel, "Orgel Punkt Zwölf".



Adressdaten


Daten & Fakten


  • Baujahr: 1731-39
  • Baustile: Barock
  • Besonderheiten: barocker Kanzelaltar, Eilert-Köhler-Orgel, einzigartig ist bei dieser Orgel die Verbindung norddeutscher Orgelbaukunst mit der thüringischen Bauweise, einziges Instrument, das von Eilert Köhler noch erhalten ist, umfassend restauriert und im Juni 2007 wieder eingeweiht
  • Öffnungszeiten Sommer: Mai-Oktober: Mo-Fr 10-16 Uhr, Sa 10-12 Uhr, zu Kirchenführungen bitte anmelden
  • Öffnungszeiten Winter: auf Anfrage

Profil


Veranstaltungen - Wir führen besondere Veranstaltungen durch (z.B. Konzerte oder Ausstellungen). Gebetsort - Wir haben einen besonderen Gebetsort (z.B. Lichterbaum, Kapelle, Kreuzgang o.Ä.). Angebote für Kinder - Bei uns gibt es Angebote für Kinder: z.B. Malecke, Kinderspielplatz, Kirchenpädagogik. Gottesdienst - Bei uns findet regelmäßig Gottesdienst statt. behindertengerecht - Wir sind auf behinderte Menschen eingestellt. Höranlage - Wir haben eine induktive Höranlage Führungen - Wir bieten auf Nachfrage Führungen an. Kirchenführer - Wir bieten einen gedruckten Kirchenführer.

Beschreibung


Die Kreuzkirche ist eine stolze Bürgerkirche aus der Barock-Zeit: Nach dem 30jährigen Krieg verdoppelte sich die Einwohnerzahl von Suhl innerhalb von 50 Jahren. Dadurch reichte die Stadtkirche, der kleinere Vorgängerbau der heutigen Hauptkirche „St. Marien", für die gewachsene Bevölkerung nicht mehr aus.
Daher drängten Suhler Bürger ihren Landesherrn Herzog Moritz Willhelm von Sachsen-Naumburg-Zeitz zur Bildung eines neuen Kirchspiels. Aus dem westlichen Teil der Stadt Suhl und den Ortschaften Neundorf und Linsenhof entstand 1706 eine neue Kirchgemeinde. Ihr erstes Gotteshaus war die Gottesackerkirche „Zum Heiligen Kreuz", die bald zu klein wurde. 1731 bis 1739 wurde die heutige Kreuzkirche gebaut.
Am 17. Sonntag nach Trinitatis (20. September) 1739 wurde sie eingeweiht. Die Kirche bildet den Abschluss des Steinweges. Zur Bauzeit war das der Stadtrand, genau zwischen zwei Stadttoren nach Schleusingen bzw. nach Meiningen. Daher verzichtete man auf die übliche Ost-West-Ausrichtung. Der Altar der Kreuzkirche zeigt nach Südwesten.

Die Fassade besteht aus einem dreigeschossigen, laternen-geschmückten Turm.
Das dreigeteilte Wappen über dem Portal zeigt Elemente des sächsischen Wappens mit dem Rautenkranz, den polnischen Adler und das Wappentier der Henneberger Grafen. Darüber thront die sächsische Krone. Darunter aber, gleich über dem Portal, zeigt sich in der Inschrift der Stolz der Bürger: „Gott zur Ehre wurde dieses Gotteshaus den Bürgern und deren Nachkommen errichtet vom Senat und Volk von Suhl Anno 1733." Der Turmknopf in Form eines Kurhutes und die Wetterfahne in Gestalt des polnischen Adlers sind eine Huldigung der Einwohner Suhls an ihren Regenten, Kurfürst August von Sachsen, der gleichzeitig König von Polen war.

Der lang gestreckte Saalbau schließt mit einer flachen Stuckdecke ab. An ihr befinden sich prächtige Muschelornamente. In der Mitte der Decke ist eine Uhr als Zeichen der Vergänglichkeit zu sehen. Diese Uhr ist seit vielen Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb. Aber die symbolische Zeigerstellung sagt dem Betrachter: „Noch hast Du Zeit, Dein Leben zu ändern."

An drei Seiten befinden sich drei übereinander liegende Emporen. Unsere Kirche ist zentral ausgerichtet auf Altar, Kanzel und Orgel: Wort und Sakrament sind unmittelbar aufeinander bezogen. Das Wort Gottes steht in der Mitte. Aber das Lob Gottes – symbolisiert durch den Orgelprospekt – schwebt darüber.

Links und rechts vom Kanzelaltar sind zwischen korinthischen Säulen zwei allegorische Frauengestalten zu sehen. Die Figur auf der linken Seite hält Kreuz und Kelch in ihren Händen, sie stellt den Glauben dar. Die rechte Figur, mit Palmenzweig und brennendem Herzen, symbolisiert die Liebe.

Der Kanzelkorb ist mit kleinen Flammen verziert: Sie weisen auf den Heiligen Geist hin.

Der Strahlenkranz über der Kanzel umschließt das Dreieck, ein Symbol für die göttliche Trinität. Darin leuchtet der hebräische Gottesnamen JHWH.

Zwölf Strahlen sind es, Symbol der Vollkommenheit, dazwischen sieben Engelsköpfe, Symbol für die Fülle der Zeit.

Der prächtige Orgelprospekt (ca. 8 x 8 Meter) in streng symmetrischem Aufbau schließt das Ensemble ab. Er trägt das Hennebergische und das Suhler Wappen, aber die Krone über ihm erzählt nichts von gekrönten Häuptern, sondern schmückt die Orgel als die Königin der Instrumente.

Die Orgel mit ihren 2200 Pfeifen wurde 1738 - 1740 von Eilert Köhler, einem Orgelbauer aus Oldenburg, erbaut. Auf seiner Wanderschaft kam er nach Suhl und lernte unterwegs die Thüringer Orgelbautradition kennen. In dem Suhler Instrument verband er norddeutsche und thüringische Orgelbaukunst auf geniale Weise. Daher hat diese Orgel ihren einmaligen Klang und ist selbst in der reichen Thüringer Orgellandschaft einzigartig. Sie ist das einzige bis heute erhalten gebliebene Werk dieses Meisters. Das macht die Orgel in unserer Kirche besonders wertvoll. Von 1999 bis 2007 wurde sie umfassend restauriert, so dass ihr ursprünglicher farbenreicher Klang in ganzer Fülle hörbar ist. 2007 wurde sie wieder eingeweiht.

Den Taufstein, die Osterleuchter und die Liedtafeln hat der Suhler Künstler Edmund Hopf zwischen 1929 und 1939 geschaffen. Sie passen sich gut in die barocke Kirche ein und zeigen zugleich einen originalen Stil. Den Taufstein hat der Künstler der Kreuzkirche zum 200jährigen Jubiläum 1939 geschenkt.
Der Lesepult-Engel ist ein barockes Einzelstück, dessen Herkunft ungeklärt ist. Er steht ihn in dem zur Winterkirche ausgebauten Raum hinter dem Altar.

Diese Winterkirche wird im Sprachgebrauch der Suhler Gemeinde Kapelle der Kreuzkirche genannt. Sie ist 1926 eingebaut worden. Die kleine Orgel stammt von Friedrich Ladegast. Sie wurde 2020 umfassend saniert. Seit 1983 ist die Kapelle in ihrer heutigen Gestalt renoviert und hat eine Fußbodenheizung.

1744 wurden die ersten Glocken der Kirche in Meiningen gegossen. Sie zersprangen bereits nach 9 Jahren. Daher ließ die Kirchengemeinde 1763 drei neue Glocken bei den Gebrüdern Ulrich in Apolda gießen. Diese rufen bis zum heutigen Tag zu den Gottesdiensten und zum Gebet.

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