20.11.2025
Besinnungswort zum 15.11.2025

November

von Matthias Gering

Nun ist sie wieder da, die ach so merkwürdige Zeit-es ist noch kein Advent, geschweige denn Weihnachten, obschon uns die Supermärkte und andere Läden alle auf diese Zeit mit den vielen Lebkuchen, Weihnachtsmännern aus Schokolade und Adventskalendern einstimmen und vorgaukeln wollen, dass es schon so weit wäre. Der Herbst liegt in seinen letzten Zügen und viele haben einfach nicht die gute Laune, die sie sich wünschen. Zugegeben durch die Umstellung der Uhren ist es nun morgen wieder etwas früher hell, aber abends? Da wird es am frühen Nachmittag dunkel, das Wetter ist eher trostlos, die Sonne macht sich rar und der November ist und bleibt einfach der unbeliebste Monat! Eine trostlose Zeit, die ersten Nachtfröste zeigen Wirkung und es hängt kaum noch Laub an unseren Bäumen, alles scheint in der Natur abzusterben. Leuchtete im Oktober noch vieles so golden und bunt, so sieht es nun doch eben ganz anders aus! Das drückt manchen von uns auf die Stimmung, führt oftmals zu Traurigkeit und dann eben auch zu rechten Verstimmungen. Der Monat November ist dann auch im kirchlich- sozialen Bereich so charakterisiert und hat seinen durchaus traurigen Anstrich. Im Kirchenjahr gilt der November als ein Monat der Besinnung und des Gedenken. Der Monat November beginnt mit dem Fest Allerheiligen. Einen Tag nach dem Reformationstag am 31.Oktober also am 1.November erinnern unsere katholischen Brüder und Schwestern an ihre Heiligen. Am 2. November begehen die katholischen Gläubigen „Allerseelen“, die Erinnerung an alle Verstorbenen, während wir evangelischen Christen uns derer am Ewigkeitssonntag  in diesem Jahr am 23.November erinnern. Am vergangen Sonntag fand dann in Erinnerung an die Pogromnacht 1938 eine Gedenkveranstaltung an der Stelle für die Synagoge in der Stadt Suhl statt. Heute am 15. November findet eine Gedenkveranstaltung für die anonym Verstorbenen in der Stadt Suhl statt. Hierbei wird, wie am Ewigkeitssonntag für jeden  und jede im Kirchenjahr Verstorbenen eine Kerze entzündet und so noch mal an sie alle erinnert. Morgen am 16. November begehen wir dann den Volkstrauertag, als staatlichen Gedenktag der 1919 in Deutschland eingeführt wurde. Er erinnert an die vielen Opfer von Kriegen und Terror, von Gewalt und Willkür. Aber auch an die Angehörigen der Bundeswehr und der Polizei, die ihr Leben im Dienst ließen, genauso wie den zahlreichen Opfern des DDR- Unrechtsregimes sowie der Männer, Frauen und Kinder, die unter der barbarischen Nationalsozialistischen Diktatur zwischen 1933 und 1945 litten und umgebracht wurden! Der Monat November ist und bleibt eben eine besondere Zeit, die uns immer wieder an unsere eigene Vergänglichkeit, den Abschied und Tod erinnert. Für viele ist der Monat November viel zu lang obwohl er „nur“ 30 Tage hat, Sie warten, und ich zähle mich auch dazu auf etwas anderes, auf etwas Neues und etwas Tröstliches. Ich warte auf die Adventszeit, den am 30. November ist der 1. Adventsonntag. Da wird plötzlich alles anders: die erste Kerze brennt, die Fenster in viele Häusern sind beleuchtet und Sterne und Lichterketten erstrahlen. Die Lichter sollen die Ängste und dunkle Gedanken des November vertreiben. Ich erfreue mich daran sehr, allerdings finde ich es völlig falsch wenn das schon vor dem Ewigkeitssonntag geschieht. Können wir diese „stillenTage“ nicht mehr ertragen und aushalten und uns auch an das Wesentliche erinnern und einen Moment verharren? Eigentlich schade, denn so lange der dunkle November auch dauern mag, wir kommen in die Zeit des Lichts, die Adventzeit ist nahe und das große Licht von Weihnachten, dem Fest der Geburt Jesu rückt immer näher! Das ist die gute Perspektive, die wir immerzu haben, nicht nur im November, sondern das ganze Jahr, unser Erdenleben lang.                                                                                  

In diesen Sinne eine gesegnete Zeit durch den November hindurch, in die Advents- und Weihnachtszeit hinein.