07.12.2023
Besinnungswort zum 2. Advent 2023

Almut Ehrhardt

Glauben Sie an Engel? In der Advents- und Weihnachtszeit begegnen sie uns überall. Aber ich meine nicht die pausbäckigen Figuren mit Trompeten, Trommeln und Harfen in der Hand. Ich meine richtige Engel, Boten Gottes, die in seinem Auftrag zu uns Menschen kommen. Ganz oft, wenn ein Engel den Menschen in der Bibel begegnet, sagt er zu ihnen: „Fürchte dich nicht!“ Engel sprechen uns Mut zu. So auch am Beginn des Lukasevangeliums. Da tritt der Engel Gabriel zu Maria, ohne anzuklopfen betritt er ihre Kammer. Maria ist wahrscheinlich zutiefst erschrocken, denn es ist ungehörig, dass ein Mann zu einer verlobten jungen Frau tritt, ohne ihre oder die Erlaubnis des Verlobten zu haben. Der Engel spricht weiter: „Du hast Gnade bei Gott gefunden.“ Ist das nicht ein wunderbarer Gruß? Gnade bei Gott finden, möchten wir das nicht alle? Sehr gerne möchte ich diese Botschaft auf unsere heutige Situation übertragen. Viele Menschen leben in Furcht. Sie hat die Angst gepackt, was noch alles auf uns zukommen wird: Krieg? Eine noch höhere Inflation? Noch mehr Krisen? Und in dieser Situation möchte ich Ihnen die Worte Gottes, die der Engel überbringt, zurufen: Fürchte dich nicht! Maria soll sich nicht fürchten, weil Gott seinen Sohn in die Welt schicken möchte und sie dazu ausgesucht wurde, seine Mutter zu sein. Will Gott immer noch in unsere Welt kommen? Ganz sicher will er das, es liegt an uns, ob wir ihn bei uns aufnehmen. Was würde sich in unserem Leben ändern, wenn wir vorbehaltlos Gott bei uns hineinlassen? Ich glaube, das erste was aus unserem Leben gehen müsste wäre der Egoismus. Nicht ich bin der Nabel der Welt, es dreht sich nicht immer alles nur um mich. Nicht alle meine Wünsche müssen sofort in Erfüllung gehen. Die Gemeinschaft zählt, nur als Gemeinschaft können wir die Probleme lösen, die wir gerade haben. Das bedeutet konkret, dass wir die Menschen neben uns sehen müssen, dass wir alle auf dem Weg in die Zukunft mitnehmen müssen, auch diejenigen, die keine Lobby haben, die nicht so schnell sind, nicht so schlau oder so lautstark sind wie wir. Diejenigen, die irgendwann nicht mehr mithalten konnten, die unter die Räder geraten sind, oder um die sich einfach niemand kümmert, die wir aus dem Blick verloren haben. Um noch einmal auf meine Frage vom Anfang zurück zu kommen: Ja, ich glaube an Engel und ich bin ihnen auch schon öfter begegnet. Ich wünsche Ihnen in dieser Adventszeit viele Begegnungen mit richtigen Engeln. Oder sein Sie doch einmal Engel und sagen Sie einem verzweifelten Menschen:
Fürchte dich nicht!